Aus für LE Vision

Für die Zukunft der Produktionslandschaft in Mitteldeutschland sieht Simone Baumann schwarz. „Das Geschäft läuft immer miserabler“, sagt sie. In Zukunft blieben nur noch die großen Produktionsfirmen mit Kapital im Rücken übrig. Und ein paar Rucksack-Produzenten.

Baumanns LE Vision war beides nicht. War, denn es gibt sie nicht mehr. Fast 18 Jahre lang produzierte die größte unabhängige Filmproduktionsfirma in Leipzig TV-Dokus und Dokumentarfilme fürs Kino. Jetzt wird abgewickelt. Die Geschäftsführende Gesellschafterin (50 Prozent) und ihre Mitgesellschafter haben aufgegeben.

Hauptgrund: Immer mehr Projekte platzten weg, eine Folge der Sparrunden der Sender. 2010 fiel der Umsatz um 50 Prozent. Die Risiken aus der ständigen Unterkapitalisierung der Projekte waren am Ende nicht mehr tragbar. Die Verträge mit den Auftraggebern kamen immer später, auch die LE Vision musste eigenes Geld für die Produktionen vorschießen. Während die Kosten für Technik und Mitarbeiter stiegen, sanken die Gewinne, von fast zehn auf zwei Prozent zum Schluss. „Ab da wird es dann ruinös“, so Baumann.

Baumann macht weiter als Produzentin. Aber nicht mehr eigenständig. Bei der Saxonia Entertainment baut sie eine Doku-Abteilung auf, führt einige ihrer Projekte weiter. Schulden hat die LE Vision keine. Simone Baumann ist mit sich im Reinen. „Bevor es böse endet“, sagt sie, „haben wir den geordneten Rückzug angetreten.“