MFFV im Gespräch mit MDR-Direktoren

Die Hand will Wolfgang Vietze seinen Gästen zur Begrüßung nicht geben. Doch das liegt nicht daran, dass man sich nicht mag. Der Fernsehchef des MDR ist erkältet, hat das Treffen mit dem neuen Vorstand des MFFV trotzdem nicht abgesagt.

Gespräche mit dem MFFV waren bisher nie Kuschelrunden und sollen auch in Zukunft keine werden. Fragen der Produzenten gibt es viele: Budgetierungen, VJs, Verträge, der Sparkurs des Senders, die Auftragsvergabe, der Umgang mit MDR-Töchterfirmen. Wichtige Punkte, zuviele, um sie in zwei Stunden erschöpfend zu diskutieren.

Betont freundlich bittet er die Gäste in seinen Konferenzraum im 12. Stock des MDR-Hochhauses. Betriebsdirektorin Gabriele Arlt und die Arte-Beauftragte des Senders, Ingrid Hofmann, sind mit dabei.

Die Produzenten wollen die neue Philosophie des MFFV vorstellen. Die hat drei Kerne: Heimatgefühl. Der MDR hat viele Produktionsstandorte, Produzenten und Menschen, die für ihn arbeiten. Jeden Tag. An Wochenenden, Feiertagen, spät in der Nacht. Sie tun das für die Zuschauer! Mitteldeutschland ist unser gemeinsames Zuhause. Produzenten und MDR brauchen mehr Gefühl füreinander. Das geht nur, wenn wir Chancenbekommen. Wir stellen unser Potential täglich unter Beweis. Wir müssen uns weiterentwickeln. Mit dem Sender, für den Sender. Wie schaffen wir das gemeinsam? Ohne Chancen keine Qualitätssteigerung, ohne Chancen kein innovatives Programm. Chancen gibt es natürlich nur mit der richtigen Vergütung. Wir haben lange überlegt, wie wir den dritten Punkt nennen. Finanzen oder Geld? Beides klingt gierig! So wollen wir nicht auftreten. Es ist das Kunststück: Wie können wir in der angespannten wirtschaftlichen Situation eine vernünftige ökonomische Basis für Sender und Produzent herstellen? Unsere drei MFFV-Philosophien: Heimatgefühl, Chancen und Kunststück sind unsere Diskussionsgrundlage. Und sie werden es noch lange bleiben.

Das Gespräch mit dem MDR geht weiter. Es wird intensiver. Informelle Gruppen werden sich auf Arbeitsebenen treffen. Das Ziel: Informationsaustausch zwischen MDR und MFFV – schnell, direkt, zuverlässig. Gabriele Arlt möchte so schnell wie möglich einen Stammtisch mit ihren mitteldeutschen Dienstleistern ins Leben rufen. Darin soll es um technische Entwicklungen und um die EB-Dispo gehen. Der Clou: Produzenten im direkten Gespräch mit den jeweiligen Bereichs- und mit Redaktionsleitern.

Das ändert sich beim MDR

40 Prozent aller Sparmaßnahmen trägt der Fernseh-Bereich. Pro Jahr wird ein Tatort weniger produziert, das spart 1,5 Millionen Euro. Es wird mehr Wiederholungen geben. Die Abteilung Familien-/Tagesprogramm und die Nachrichtenredaktion werden zusammengelegt. Dort gibt es künftig einen »trimedialen Desktop« für Fernsehen, Hörfunk und Online. Stefan Raue wird neuer Chefredakteur für alle drei Sparten. Die Magazine »Umschau« und »Fakt« werden künftig jeweils wöchentlich ausgestrahlt, bisher wechselten sie sich am Dienstagabend ab. Im Herbst gehen Fernsehdirektor Vietze, Betriebsdirektorin Gabriele Arlt, Fernsehchefredakteur Wolfang Kenntemich, LFH-Sachsen-Direktorin Ulrike Wolf, Chefkameramann Ulrich Kirsten und der Chef des Servicecenter Produktion Kuhn verlassen den Sender. Und wer kommt?