„Gegenseitiges Verständnis für unterschiedliche Kulturen“

Bei der Produktion von Filmen und TV-Programmen für Kinder gibt es in Mitteldeutschland ein großes Knowhow. Das möchte die sächsische Staatskanzlei gern exportieren – in die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit dabei: Grit Wißkirchen (Balance Film) vom MFFV.

Was läuft denn im arabischen Kinderfernsehen – die Sendung mit der Wüstenmaus?
Das ist eine sehr schöne Idee, die sicher eine große Fangemeinde finden könnte. Doch momentan werden in Ermangelung eigener Produktionen Kindershows und Animationsfilmprogramme aus dem Ausland, vorwiegend aus dem amerikanischen und asiatischen Raum, ausgestrahlt. Eine eigene Produktionslandschaft für Kinderfernsehformate ist noch im Aufbau.

Interessieren sich die Scheichs für unsere Stoffe, wollen sie unser Knowhow abgreifen oder nur ein paar Millionen gewinnbringend investieren?
Die Emirati sind stolz auf ihre Traditionen. Gleichzeitig wollen sie in die Bildung ihrer Kinder investieren und sich stärker mit anderen Kulturen austauschen. Dafür werden Partner in allen Wirtschafts- und Technologiebereichen gesucht. Deutschland hat da einen guten Ruf. Erste Kontakte zwischen deutschen und emiratischen Filmfestivals gibt es bereits. Vor allem die deutschen Kinder- und Animationsfilmproduktionen werden sehr geschätzt. Das »Sandmännchen« ist sehr populär.

Wie können sich kleine und mittlere Produzenten sinnvoll am Golf engagieren? Werden sie dabei von den Ermiratis unterstützt?
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich in den letzten Jahren sehr breit im Bereich Film und Fernsehen aufgestellt. So wurden Medienfreihandelszonen mit exzellenter Infrastruktur errichtet. Einige internationale Mediengrößen, wie CNN oder Cartoon Network, haben sich bereits angesiedelt. Allerdings hegen die Emiratis große Erwartungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Da gibt es klare Vorgaben.

War Ihre Reise erst ein Beschnuppern oder können Sie schon konkrete Ergebnisse verkünden – ein konkretes Investitionsvorhaben etwa?
Diese Reise war ein erster Schritt, um sich kennen zu lernen und diente dem Gedankenaustausch. Das Entwickeln gegenseitigen Verständnisses für die unterschiedlichen Kulturen stand im Mittelpunkt. Beim Genuss des traditionellen würzigen Kardamomkaffees konnten dann auch erste Gemeinsamkeiten entdeckt werden. »Heeß und süße« muss er sein, wie die Sachsen sagen. Alles andere wird die Zukunft zeigen. Inschallah.