„Wir achten mehr auf Action“

Interview mit Tony Loeser, Geschäftsführer der MotionWorks GmbH, Halle

Herr Loeser, für „Marco Polo“ haben Sie weltweit fünf Millionen Euro aufgetrieben. Wie viele Telefonate haben Sie dafür geführt?
Es ging. Wir sind seit 15 Jahren am Markt und haben ein sehr intensives Netzwerk aufgebaut. Für das Thema Marco Polo konnte ich unsere Partner schnell begeistern.

Wie geht man bei so einer internationalen Koproduktion mit den kulturellen Unterschieden um?
Das ist natürlich ein intensiver Prozess, den man als Produzent begleiten muss. In Kanada zum Beispiel wird mit anderen Erzählhaltungen gearbeitet. Verkürzt gesagt: Da geht es mehr um Gags. Bei uns in Deutschland dagegen achten wir mehr auf Inhalte und die dramatische Struktur. Die Zusammenarbeit mit der Redaktion Kinder/Jugend des MDR hat uns hierbei auch sehr geholfen. Am Ende hat sich alles gut ergänzt.

Alle Autoren stammen aus Kanada. Haben Sie hier keine gefunden? 
Das hat etwas mit der Finanzierung/ Worksplit zu tun. Aber in der Tat gibt es dort eine größere Breite an Autoren, die für Animationsserien schreiben. In Deutschland produzieren wir kaum in dieser Größenordnung, deshalb gibt es auch nur wenige Autoren.

Beim übrigen kreativen Personal sieht es aber besser aus, oder?
Unbedingt. Wir haben hier in Halle ein tolles Team aufgebaut, auf das ich richtig stolz bin. 80% der Leute kommen aus Mitteldeutschland. Das ist schon einzigartig, so eine große Produktion zu stemmen. Damit sind wir nicht nur in Deutschland in der oberen Liga. Da ist eine Menge Talent am Start.

Was passiert, wenn der MDR nun mehr Lust an animierten Filmen verspürt?
Wir würden uns über einen Anruf natürlich wieder freuen. Ideen für neue Projekte haben wir schon und das wir gut zusammenarbeiten können, bei der Finanzierung und auch inhaltlich, haben wir ja bewiesen.