Auf neuen Wegen zum Fernsehen der Zukunft

Formatentwicklung mal anders. Überraschendes Ergebnis eines Uni-Seminars

Selfie nach erfolgreichem Pitch: Nachwuchs-Formatentwicklerinnen Katharina Pingel, Anne Kolberg und Isabel Häfner.

Selfie nach erfolgreichem Pitch: Nachwuchs-Formatentwicklerinnen Katharina Pingel, Anne Kolberg und Isabel Häfner.

Showdown in der 12. Etage des MDR-Hochhauses: Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi, flankiert von je einem Redakteur der journalistischen Unterhaltung und der Kultur, bekommt zwei Trailer zu möglichen neuen TV-Formaten zu sehen. Begeisterung am Tisch. Denn die Dinger sind gut. Beide kommen für den MDR in Frage, meint der Leit-Wolf.
Fast ungläubiges Staunen auf der anderen Seite des langen Tisches: Denn hier sitzen sechs Master-Studenten, die gemeinsam mit Fernsehproduzent Bernd Schumacher  von der 99pro media die Formate entwickelt haben. Als Teil ihres Abschlusses an der Uni Leipzig im Fachbereich Medien- und Kulturwissenschaft.
Schumacher war Mentor des Prozesses und der Realisierung und beschreibt den Weg als „durchaus disharmonisch. Aber in der Auseinandersetzung sind dann ganz neue Farben und Formen fürs Fernsehen entstanden. Und danach suchen wir doch alle. Formate mit eigenen Rechten sind die Gold-Nuggets in der Industrie.“
Von vornherein hat der Produzent den Studierenden angeboten, mit ihm gemeinsam Rechteinhaber zu werden, wenn das Projekt Erfolg haben sollte. Und danach sieht es aus. Zum ersten Format soll zeitnah ein Pilot entstehen, und der könnte noch im Sommer auf Sendung gehen.
Das Angebot einer Universität (Lehrstuhl Professor Steinmetz, Kursleitung: Charmaine Voigt), die Offenheit eines Produzenten und eines Senders, die nächste Generation wirklich mal machen zu lassen, hat offenbar Zukunft: Im nächsten Wintersemester wollen alle Beteiligten wieder an den Start gehen, auch der MDR will wieder die Ergebnisse sehen. Dann vielleicht in Konkurrenz zu anderen. Denn auch private Sender, von Köln bis München, haben dieses besondere Projekt zu Pitches eingeladen.