„Wie Stiefkinder behandelt“

Wohin mit den Mehreinnahmen aus der Rundfunkgebühren-Umstellung? 17 Kreativverbände schlagen jetzt etwas recht Naheliegendes vor: Investitionen ins Programm

Kameraleute und Cutter verlangen mehr Produktionen aus dem Gebühren-Überschuss.

Kameraleute und Cutter verlangen mehr Produktionen aus dem Gebühren-Überschuss.

Haushaltsabgabe – so heisst die einstige Rundfunkgebühr seit Januar 2013. Die Umstellung sorgt bis 2016 für Mehreinnahmen von rund 1,5 Mrd. Euro. Allein 2014 haben die öffentlich-rechtlichen Anstalten einen Gebührenüberschuss von 643 Mio. Euro erzielt. Wohin damit? 17 Kreativverbände, die in der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände organisiert sind, haben jetzt einen Offenen Brief an die Medienverantwortlichen in Bund und Ländern und an die Verwaltungs- und Rundfunkräte der Anstalten geschrieben. Ihr Verwendungsvorschlag für die Mehreinnahmen: „die äußerst schwierige Situation der deutschen Film- und Fernsehwirtschaft zu normalisieren“.

„Die Fernseh- und Filmschaffenden sind es leid, von den Sendern wie Stiefkinder behandelt zu werden. Schauspieler, Kreative und andere Filmschaffende leben zu einem großen Teil unter prekären finanziellen Verhältnissen. Die Etats, die die Sender den Produktionsfirmen zugestehen, reichen selten aus, die Arbeitsschutzgesetze einzuhalten – von den tariflichen Vereinbarungen zu schweigen. Eine Investition ins Programm, die den Produzenten wieder eine sorgfältige Entwicklung und Realisierung der fiktionalen und dokumentarischen Stoffe erlaubt, muss erfolgen. Um so den Filmschaffenden – ob abhängig oder selbständig beschäftigt – wieder eine Berufsperspektive ohne allzu große Existenzsorgen zu ermöglichen. (…) Die Mittel sind da.“

Im Frühjahr 2016 wollen die Ministerpräsidentinnen der Länder über die Verwendung der Gelder entscheiden.

 

 

Foto: David DeHetre