Vor einem Jahr hat der Kameramann Christian Beer einen offenen Brief an den MDR geschrieben und ihm „Drückermethoden“ und „Erbsenzählerei“ vorgeworfen. Hier berichtet er, was danach geschah.

Kameramann Christian Beer aus Thüringen.    Foto: privat

Kameramann Christian Beer aus Thüringen. Foto: privat

Der Brief ist voller Vorwürfe. War das nicht ein bisschen zu mutig, einen wichtigen Auftraggeber so anzupissen?
Mit Mut hatte das nichts zu tun. Das war einfach nur Frust. Wenn Du ständig Probleme bekommst und merkst, das Geld reicht nicht und Du wirst nur verarscht, dann muss das auch mal raus. Es war aber kein Schnellschuss. Ich habe lange an jeder Formulierung gefeilt und zwei Wochen an dem Brief gesessen, bevor ich ihn veröffentlicht habe.

Der Brief wurde bei Facebook heiß diskutiert und geteilt. Wer hat ihn sonst noch bekommen?
Die Intendantin und der Landesfunkhausdirektor beim MDR. Ausserdem DJV und FairTV, die damalige Ministerpräsidentin und die Bundeskanzlerin. Es geht ja nicht nur um den MDR, sondern um den Produktionsstandort, die Lebensumstände von Menschen und die BfA. Da ist auch die Politik gefragt.  (mehr …)

Interview mit Guntram Schuschke, Vorsitzender von fairTV e.V.

Mit welchem Ziel haben Sie fairTV gegründet?
Schauen Sie sich um! Finden Sie die Entwicklung der letzten Jahre im TV-Bereich in Mitteldeutschland in Ordnung? Wir nicht! Wir sehen einen Kostendruck, den wir in dieser Form nicht nachvollziehen können. Dadurch sinkt die Qualität der Produktionen, das ist ein Marktgesetz. Unser großes Ziel ist also, gemäß unserer Satzung, der Qualitätserhalt im Fernsehen. Das geht aber nicht ohne angemessene Vergütung für die selbständigen Kreativen, die mit ihrer Flexibilität das Rückgrat (mehr …)