Der Online-Videodienst Youtube will künftig professionell produzierte Unterhaltungsformate anbieten. Fünf bis zehn Stunden pro Woche will der Google-Ableger pro Woche zeigen. Derzeit laufen Verhandlungen mit Rechteinhabern und Hollywood-Agenten. Vor allem an Sport- und Kunst-Inhalten hat Youtube Interesse. 100 Millionen Dollar will der Onlinevideodienst investieren. Die Zuschauer sollen (mehr …)

Mit einem aufwändigen Portrait über den Star-Dirigenten Carlos Kleiber ist die kleine Geraer Centauri Film ins internationale Geschäft eingstiegen. »Spuren ins Nichts« beweist: In neuen Märkten und Genres Fuß zu fassen, kann zum spannenden Abenteuer werden.

So viel Red Bull kann niemand trinken. Auch Eric Schulz und Thomas Niemann nicht. Überall sind die Büchsen mit dem roten Stier drauf, auch im Konferenzraum. Centauri-Geschäftsführer Niemann nippt immer wieder am süßen Energy-Saft. »Schließlich soll Red Bull die Konzentration steigern«, so der 33-jährige Geraer.

Es ist die entscheidende Drehbuchbesprechung bei Servus TV, dem Kulturfernsehen des Red-Bull-Konzerns. Fast zwei Jahre lag das Buch zu »Spuren ins Nichts« wie Blei im Schreibtisch von Regisseur Eric Schulz. Er war damit bei Arte, beim ZDF und beim SWR. Überall Absagen. Doch hier stehen die Türen plötzlich offen: Centauri bekommt den Auftrag.

Seit 12 Jahren ist die Geraer Firma vor allem als technischer Dienstleister und Auftragsproduzent für den MDR tätig. Die tagesaktuelle Berichterstattung aus Ostthüringen für das Landesfunkhaus Thüringen wird hier abgewickelt. Sechs EB-Teams, zwei davon HD, drei Schnittplätze, ein Schaltenstudio und (mehr …)

Ingelore König wurde am 20. Januar 2011 zur neuen Vorsitzenden des MFFV gewählt. Sie ist Geschäftsführerin der Kinderfilm GmbH in Erfurt.

Frau König, man hört, Produzenten treffen sich vor allem, um gut zu essen und zu trinken. Werden Sie diese Tradition pflegen?
Gibt es was Charmanteres als ein Date mit Essen und Trinken? Und was machen Produzenten schon anderes als pausenlos daten?! Der kleine feine Unterschied liegt im Wörtchen gut.

Es gibt einen Verband der Kantinenpächter und einen der Seemannsfrauen. Sehen Sie den MFFV in einer Reihe mit diesen skurrilen Kleinverbänden? Was sind Ihre Ziele?
Also nichts gegen Pächter, aber mit Kantinen habe ich nicht die allerbesten Erfahrungen. Den Seemannsfrauen fühle ich mich da schon eher verbunden. Als Produzentin schickt man gern andere zum Geldverdienen und (mehr …)

Die Hand will Wolfgang Vietze seinen Gästen zur Begrüßung nicht geben. Doch das liegt nicht daran, dass man sich nicht mag. Der Fernsehchef des MDR ist erkältet, hat das Treffen mit dem neuen Vorstand des MFFV trotzdem nicht abgesagt.

Gespräche mit dem MFFV waren bisher nie Kuschelrunden und sollen auch in Zukunft keine werden. Fragen der Produzenten gibt es viele: Budgetierungen, VJs, Verträge, der Sparkurs des Senders, die Auftragsvergabe, der Umgang mit MDR-Töchterfirmen. Wichtige Punkte, zuviele, um sie in zwei Stunden erschöpfend zu diskutieren.

Betont freundlich bittet er die Gäste in seinen Konferenzraum im 12. Stock des MDR-Hochhauses. Betriebsdirektorin Gabriele Arlt und die Arte-Beauftragte des Senders, Ingrid Hofmann, sind mit dabei.

Die Produzenten wollen die neue Philosophie des MFFV vorstellen. Die hat drei Kerne: Heimatgefühl. Der MDR hat viele Produktionsstandorte, Produzenten und Menschen, die für ihn arbeiten. Jeden Tag. An Wochenenden, Feiertagen, spät in der Nacht. Sie tun das für die Zuschauer! Mitteldeutschland ist (mehr …)

Ein kurzes Klatschen, ein Händedruck von Vorgängerin Simone Baumann – und schon hatte Ingelore König den Job, von dem sie immer geträumt hatte: Vorsitzende des Mitteldeutschen Film- und Fernsehverbands. Wobei geträumt leicht übertrieben ist: „Eigentlich habe ich gar keine Zeit, noch Verbandsarbeit zu organisieren“, sagt die Chefin der Erfurter Kinderfilm GmbH, „doch wir brauchen ein kreatives Netzwerk.“

Was die Ingelore König und ihre Mitstreiter im Vorstand, Thomas Niemann, René Biermann und Toni Löser planen, ist nicht weniger als ein kompletter Neustart der Verbandsaktivitäten. Die vier an der Spitze wollen, dass der Verband stärker wahrgenommen wird. Sie wollen die Kommunikation mit Sendern und Redaktion, Förderinstitutionen und der Politik verstärken und die Interessen der 15 Mitglieder klarer und deutlicher formulieren. „In der Branche geht es gerade rund und das bleibt in den nächsten Monaten und Jahren so“, sagt Thomas Niemann, „mit unserer Arbeit wollen wir Verhandlungspartner, Türöffner und Inspiratoinsgeber sein.“

Die Zeiten sind rauh für Film- und Fernsehmacher. Selbst erfolgreiche Regisseure wie Wim Wenders, Faith Akin und Volker Schlöndorff sind besorgt um den Deutschen Film. Sie drängen die europäische Kommission die Filmförderung nicht weiter zu vernachlässigen. Auch beim Fernsehen gibt es tiefgreifende Veränderungen: Sinkende Minutenpreise stehen immer höheren Ausgaben gegenüber, Videojournalisten liegen im Trend – Chance oder Gefahr für die Produzenten? Beim MDR steht ein Generationswechsel in der Führungsetage an. Viele wichtige Posten werden neu besetzt.

Im Internet entstehen neue Märkte für Produzenten, zum Beispiel durch Google-TV. Kanäle wie Servus TV und öffentlich-rechtliche Spartensender wie ZDFneo oder ZDFkultur haben freie Sendeplätze, suchen Formate. Und: HDTV wird unsere Kompetenzen stärker denn je herausfordern.

Als Produzent muss man sich diesem Wandel stellen, sonst hat man verloren. „Als erste Amtshandlung (mehr …)

Für die Zukunft der Produktionslandschaft in Mitteldeutschland sieht Simone Baumann schwarz. „Das Geschäft läuft immer miserabler“, sagt sie. In Zukunft blieben nur noch die großen Produktionsfirmen mit Kapital im Rücken übrig. Und ein paar Rucksack-Produzenten.

Baumanns LE Vision war beides nicht. War, denn es gibt sie nicht mehr. Fast 18 Jahre lang produzierte die größte unabhängige Filmproduktionsfirma in Leipzig TV-Dokus und Dokumentarfilme fürs Kino. Jetzt wird abgewickelt. Die Geschäftsführende Gesellschafterin (50 Prozent) und ihre Mitgesellschafter haben aufgegeben.

Hauptgrund: Immer mehr Projekte platzten weg, eine Folge der Sparrunden der Sender. 2010 fiel der Umsatz um 50 Prozent. Die Risiken aus der ständigen Unterkapitalisierung der Projekte waren am Ende nicht mehr tragbar. Die Verträge mit den Auftraggebern kamen immer später, auch die LE Vision musste eigenes Geld für die Produktionen vorschießen. Während die Kosten für Technik und Mitarbeiter stiegen, sanken die Gewinne, von fast zehn auf zwei Prozent zum Schluss. „Ab da wird es dann ruinös“, so Baumann.

Baumann macht weiter als Produzentin. Aber nicht mehr eigenständig. Bei der Saxonia Entertainment baut sie eine Doku-Abteilung auf, führt einige ihrer Projekte weiter. Schulden hat die LE Vision keine. Simone Baumann ist mit sich im Reinen. „Bevor es böse endet“, sagt sie, „haben wir den geordneten Rückzug angetreten.“